Über Brüste, Bärte & Bier – und warum Klischees keinen Sinn machen

Beer – It’s a men’s world

Naja das suggeriert uns zumindest die Gesellschaft. Das Klischee vom biertrinkenden Manne und der Frau, die lieber zum Prosecco greift, findet sich nicht nur in der Bierwerbung wieder, sondern auch in Köpfen vieler Menschen. Ein Mann Ein Bier – Hmm JA das past wie die Faust aufs Auge. Eine Frau Ein Bier – Hmm ÄHM das ist eher wie Fussball und Highheels (um  mal in den Klischees schön zu verweilen) – es passt nicht zusammen.

Erst recht nicht wenn es ums Bierbrauen geht.

Doch die Geschichte des Bieres ist eine weibliche Geschichte! Die Göttin des Schicksals sorgte vor ca 6000 Jahren in Ägypten dafür, dass ein nass gewordenes Fladenbrot (gebacken und verarbeitet von einer Frau) zu gären begann und überraschenderweise schmackhaft war. Ab da war für die Ägypter die Göttin Tienenet auch Tenenit für die Geburten aber auch für das Bierbrauen verantwortlich. Bei den Sumerer hieß die Göttin des Bieres Ninkasi. Die Römer benannten ihr Bier – Cervisia – nach der Göttin der Feldfrüchte: Ceres. Und später bei den Finnen hieß es, dass es die Jungfrau Osmator war, die aus Wasser, Hopfen und Gerste das Bier kreierte.

Das Bier war also Frauensache. Nicht nur was die Gottheiten betrifft, sondern wer für das Bierbrauen verantwortlich war. Jahrtausendelang standen ausschließlich Frauen hinter den Braukesseln. Es war nichts anderes als Brot backen, Kochen oder Marmelade einlegen. Einmal in der Woche wurde von der Frau ein Sud aufgesetzt – eine ganz gewöhnliche hauswirtschaftliche Tätigkeit. Da zu diesen Zeiten dass Bier bekömmlicher war als Wasser (durch das Abkochen war es Keimfrei) gab es Bier für die ganze Familie. Zudem war es ein nährendes Getränk und wertvoll für harte körperliche Arbeit.

So ist es nicht verwunderlich, dass ein Braukessel standardmäßig zur Mitgift von Frauen gehörte. Mancherorts wurde die Frau erst zu Gattin genommen, wenn sie ein gutes Hausrezept fürs Bier in die angeheiratete Familie mitbringen konnte.

Weil Bierbrauen früher reine Frauensache war, sah das heutige klassische Kaffeekränzchen früher übrigens dementsprechend auch etwas anders aus. Die Frauen aus der Nachbarschaft haben sich nach einem besonders gelungenen Sud zum Biertrinken und nem Schwätzchen getroffen 😉

Die Mönche in Klöstern waren die ersten Männer überhaupt, die sich an den Braukessel trauten. Trotzdem war es eine Abtissin (die Benedikiner-Nonne  Hildegart von Bingen) die sich im 12.Jahrhundert als Erste mit dem Bier wissenschaftlich befasste.

Zu den Klöstern gehörten meist große Felder, auf denen viel Getreide angebaut werden konnte, so fingen die Mönche an mit Bier zu handeln. Sie hatten reichlich Platz und die nötigen finanziellen Mittel um Brauereien im großem Ausmaß aufzubauen und damit das Brauwesen professionalisieren und kommerzialisieren zu können. Die Mönche konnten somit viel mehr Bier (weit über den Eigenbedarf) produzieren, was letztlich dazu geführt hat, dass Bier institutionalisiert und Brauer ein Beruf wurde. Die Bierproduktion wurde immer größer und war einhergehend mit schwerer körperlicher Arbeit verbunden. Die schwere körperliche Herausforderung und der  Umstand das Brauer nun zum Beruf wurde (Frauen waren damals eher für die Heimarbeit zuständig und hatten seltener „richtige“ Berufe) ist vermutlich ausschlaggebend dafür, dass das Brauen mit und mit in Männerhände übergeben wurde. Mit der Zeit also verschwand die Frau von der Bier-Bildfläche. Wie wir finden, sehr schade.

An alle Ladys da draußen, lasst euch euer Bier und/oder Business nicht schlecht reden. Ein gutes Bier kennt kein Geschlecht. Ein gutes Bier ist und bleibt ein gutes.

Und genau deswegen bringen wir im April unser AMOUR FOU Pils in unser Bierportfolio – Liebe & Bier sind für alle da!

Maria

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